Wonach suchst du…?

Lesezeit: 6Minuten | Bild von Achim Scholty auf Pixabay |

Hast du schon gefunden wonach du suchst? Ich meine nicht, den verlegten Schlüssel oder das im Keller verbuddelte Fondue. Ich meine, wonach suchst du wirklich?

Schon vor zwanzig oder dreißig Jahren sprach man davon, wie schnelllebig unsere Zeit doch sei. Frei nach dem Motto: Höher, Schneller, Weiter wurde alles dafür getan, die steilere Karriere zu machen, das schnellere Auto zu fahren, die weitere Reise zu tun. Immer vor dem Hintergrund Höher, Schneller, Weiter zu sein, als alle anderen. Dabei aber häufig noch in tradierten Werten einer Familie, mit einer Bilderbuch-Frau bzw. einem Bilderbuch-Mann und den beiden Bilderbuch-Kindern in einem Bilderbuch-Haus mit Vorgarten und zwei Autos in der Doppelgarage.

Für viele gilt das heute noch. Doch in der Schnelllebigkeit fangen diese tradierten Werte, die man gern nach außen darstellt, an zu bröckeln. Die meisten versuchen diese Fassade aufrecht zu erhalten. Doch zu der Außendarstellung Höher, Schneller, Weiter ist noch die Selbstdarstellung Hübscher, Schlanker, Trendyer dazugekommen.

Die Selbstoptimierung in allen Facetten des Lebens hat Einzug gehalten und bestimmt seither, wer wir sein wollen, wer wir sind und wie wir gesehen werden und gesehen werden wollen. Wer nicht mithalten kann oder nicht mehr mithalten und mitmachen möchte, ist raus.

Ich habe das alles gehabt, ich wollte das alles und habe viele Jahre danach gelebt. Meine Beziehung und Ehe scheiterten, trotz gegenseitiger Liebe, nach über zwanzig Jahren, an mangelnder gegenseitiger Anerkennung, Wertschätzung und dem daraus folgenden Streben nach dem schnellen Glück, das einem das geben sollte, was einem vermeintlich so sehr fehlte.

Ich war auf der permanenten Suche. Aber wonach?

Ich wusste damals nicht, was ich wollte. Ich wusste nur, was ich nicht wollte und das war schon mal ein Anfang.

Ich wollte raus aus Höher, Schneller, Weiter. Raus aus Hübscher, Schlanker, Trendyer. Raus aus dem nicht Genügen. Raus aus dem Anspruch anderer, wie man zu sein und auszusehen hat, um attraktiv zu sein und dann trotzdem nicht zu Genügen. Raus aus der eigenen verqueren Denkweise, für den oder die anderen nie attraktiv und schlank genug zu sein, dem eigenen Anspruch, den Job nicht perfekt genug zu machen. Raus aus dem eigenen Strudel der Selbstbewertung, Selbstentwertung und der Selbstkritik, nie gut genug für mich selber und am meisten, nie gut genug für andere zu sein. Raus aus dem, es anderen immer recht machen zu wollen und den Mund zu halten, nur um den lieben Frieden zu wahren. Auf meine Kosten…?

Ich hatte mich selbst verloren und mich irgendwann für den Ausstieg entschieden.

Ich wollte es niemandem mehr auf meine Kosten recht machen. Ich wollte herausfinden, was ich wirklich will und was mich glücklich macht, außerhalb des oberflächlichen Höher, Schneller, Weiter und heutzutage vor allem dem Hübscher, Schlanker, Trendyer, was den meisten Menschen immer noch in höchstem Maße wichtig ist.

Insbesondere jenseits der vierzig, also der Generation Höher, Schneller, Weiter, scheint der Wahn Hübscher, Schlanker, Trendyer noch mehr Einzug gehalten zu haben. Während Männer ab fünfzig vermeintlich attraktiver werden, werden Frauen ab fünfzig ausgetauscht.

Partnerschaften, Beziehungen und Bekanntschaften sind heute wie Klamotten im Kleiderschrank. Wenn sie den Drang nach Neuem und Abenteuer befriedigt haben, werden sie langweilig und ersetzt.

Es ist die permanente Suche nach immer wieder neuer Anerkennung und Wertschätzung. Dem trügerischen Gefühl des geliebt werden, um nach kurzer Zeit festzustellen, dass es das, mit diesem Menschen doch nicht ist und sich erneut auf die Suche begibt. Ein niemals endender Kreislauf, außer man steigt auch hier aus.

Wer die Suche für sich beenden möchte, tritt aus diesem sich selbst zerfressenden Kreislauf hinaus und macht sich am besten auf die Suche nach sich selbst. Warum? Weil keiner von uns das ist, was er oder sie nach außen darstellt.

Die meisten Menschen antworten auf die Frage, wer sie sind mit: Ich bin Max Mustermann. Ich mache beruflich dieses und jenes und habe diese und jene Position. Ich bin so und so alt, glücklich verheiratet (natürlich) und habe X Kinder…

Ist man das wirklich oder ist es nur das, was man nach außen darstellt zu sein?

Wenn dich all das, wie oben beschrieben, tatsächlich glücklich macht und du genau der/die bist der/die du sein willst, herzlichen Glückwunsch. Wenn du das da oben aber im Grunde nicht wirklich bist und es dich auch nicht wirklich glücklich macht, dann mach‘ dich auf die Suche. Zuerst nach dir selbst. Finde heraus, wer du bist und was du an dir liebst. Was dich glücklich macht, findet sich dann schon fast von allein. Also, wer bist du wirklich? Und was macht dich wirklich glücklich oder würde dich wirklich glücklich machen?

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ – Albert Einstein.

Weiter zu machen, wie bisher und darauf zu hoffen, dass sich etwas ändert…das wird nicht passieren. Niemand anderes kann dich glücklich machen, nur du, dich selbst.

Ich habe einen anderen Weg eingeschlagen und zum Teil auch eingetretene Pfade verlassen.

Nicht mehr Höher, sondern im Hier und Jetzt. Nicht mehr Weiter, sondern bewusster. Nicht mehr Schneller, sondern slower und achtsamer. Nicht mehr noch hübscher, sondern mehr Selbstachtung. Nicht mehr schlank, schlanker, am schlankesten, sondern gesünder, fitter, zufriedener für und mit sich selbst. Nicht mehr trendyer, sondern selbstbewusster.

Möchtest du wissen, wer du wirklich bist? Möchtest du wissen, was du wirklich willst? Möchtest du (wieder) glücklich sein? Dann musst herausfinden, was du wirklich willst und anfangen, die Dinge in deinem Leben anders zu tun als bisher. Das Ergebnis bleibt sonst immer das Gleiche.   

„Wer immer das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“ – Henry Ford

…und im Zweifel, unglücklich…

In diesem Sinne, i-doitnow

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